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Das Auge erklärt

Das Auge

Jeder kennt die Bezeichnung „Dioptrien“ für die Stärke der Brillengläser, aber wer weiß eigentlich, was der dioptrische Apparat überhaupt ist? In Gesprächen mit dem Augenarzt, aber auch bei der Lektüre von Artikeln oder Büchern zu Augenproblemen ist immer wieder von Glaskörpern, der Bindehaut oder der Iris die Rede. Mit diesem kleinen Glossar wollen wir die Funktionen der einzelnen Augenteile genauer erklären, so dass sich auch Artikel zu Augenkrankheiten leichter verstehen lassen.

Der Augapfel

Als Augapfel (bulbus oculi) wird das eigentliche Auge bezeichnet, das zusammen mit den sogenannten Anhangsorganen (dem Tränenapparat, den Augenmuskeln und -lidern und der Bindehaut) und der Sehbahn das menschliche Sehorgan bildet.

Die äußerste Schicht des Augapfels ist die äußere Augenhaut (tunica externa bulbi), die auf der Vorderseite (dort wo Licht auf das Auge trifft) aus durchsichtiger Hornhaut (Cornea) besteht und sonst aus der weißlichen Lederhaut (Sclera), die generell nicht sichtbar ist. Über die Lederhaut ist der Augapfel mit den Augenmuskeln verbunden, die dafür sorgen, dass sich der Augapfel bewegt ohne dass wir den Kopf bewegen müssen, zum Beispiel beim Blick zur Seite oder nach oben.

Die Bindehaut

Das innere vom Auge

Die Vorderseite mit der Hornhaut ist von einer Schleimhaut bedeckt, die wir Bindehaut (tunica conjunctiva) nennen. Die Bindehaut sorgt dafür, dass der sichtbare Teil des Auges stets von einer dünnen Schicht Tränenflüssigkeit bedeckt ist, die das Auge vor eindringendem Staub und anderen Partikeln schützt und zugleich den Lidschlag erleichtert. Beim Phänomen des „trockenen Auges“ ist die Produktion der Tränenflüssigkeit gestört, so dass die Bindehaut ihre Schutzfunktion nicht mehr erfüllt.

Die Tränen werden von der Tränendrüse (glandula lacrimalis) produziert und über zwei Tränenpunkte in den Augenwinkeln (zur Nase hin) an die Bindehaut abgegeben. Wenn wir weinen, laufen die Tränenpunkte gewissermaßen über, so dass die zu viel produzierte Tränenflüssigkeit nicht mehr an die Bindehaut abgegeben wird, sondern überquillt und über die Wangen läuft.

Ein Überbleibsel aus der Vorzeit ist die sogenannte Nickhaut – eine winzige kaum sichtbare Hautfalte im nasenseitigen Augenwinkel. Während sie sich bei Homo Sapiens im Laufe der Evolution vollständig zurückgebildet hat, ist sie bei den meisten anderen Wirbeltieren noch vorhanden und kann sich wie eine zusätzliche Schutzschicht über die Bindehaut das Auge legen. Sehr häufig ist dieser Effekt zum Beispiel bei Vögeln und Schlangen zu beobachten.

Die Mittlere Augenhaut

Unterhalb der äußeren Augenhaut befindet sich die Mittlere Augenhaut, oder Uvea. Diese setzt sich wiederum aus der Aderhaut, dem Ziliarkörper und der Iris zusammen. Die Aderhaut versorgt das Auge mit Sauerstoff und Nährstoffen, während der Ziliarkörper dafür sorgt, dass die Linse richtig sitzt. Wird der Ziliarkörper beschädigt, kann es zu einer Verlagerung der Linse kommen, der sogenannten Linsenluxation.

Die Iris

Augen

Der bekannteste Teil des Auges ist zweifellos die Iris, auch Regenbogenhaut genannt: Ihre Färbung gibt uns unsere Augenfarbe. Ihre eigentliche Aufgabe ist die Trennung der vorderen Augenkammer von der hinteren Augenkammer mit der Linse. Die Pupille ist dabei kein Bestandteil der Iris, sondern ein eigenständiger Teil des Auges, der auf der Linse aufliegt. Die Iris ist mit einer eigenen Muskulatur ausgestattet, mit deren Hilfe sie sich vergrößern und verkleinern kann um je nach Bedarf den Lichteinfall zu verändern. Es handelt sich um eine weit verbreitete Fehlannahme, dass sich die Pupille erweitert oder verengt – tatsächlich ist die Iris hier der aktive Teil, der regelt, wie viel Licht in die Pupille dringt und von ihr an die Linse weitergegeben wird.

Die Augenfarbe wird übrigens durch die Pigmente im Stroma (dem vorderen Teil der Iris) bestimmt: Je höher der Pigmentanteil ist, umso dunkler (brauner) ist die Iris. Da jeder Mensch über eine individuelle Pigmentstruktur in der Stroma verfügt, kann die Iris genau wie der Fingerabdruck zur Identifizierung benutzt werden.

Die Innere Augenhaut / Netzhaut

Unterhalb der mittleren Augenhaut liegt die Netzhaut (Retina), die über Photorezeptoren verfügt. Diese Zellen, die aus Stäbchen, Zapfen und Ganglienzellen bestehen, sorgen für das eigentliche Sehen des Menschen. Sie erfüllen dabei unterschiedliche Aufgaben: Die Stäbchen – von denen der Mensch rund 130 Millionen besitzt – regeln das Hell-Dunkel-Sehen, während die rund sechs Millionen Zapfen für die Erkennung unterschiedlicher Farben sorgen. Die Ganglienzellen regeln schließlich den Tag-Nacht-Rhythmus des Menschen. Die Photorezeptoren senden ihre Impulse über den Sehnerv an das Gehirn, das sie wiederum in sichtbare Bilder umwandelt.

An der Stelle, an der der Sehnerv das Auge verlässt, fehlen die Photorezeptoren übrigens. Dieser Punkt wird als „Blinder Fleck“ bezeichnet. Allerdings fällt dem Menschen dies nicht weiter auf, da die beiden Augen individuelle blinde Flecken haben und sich so ausgleichen. Wer dem blinden Fleck auf die Spur kommen will, kann dies mit einem einfachen Selbsttest tun: Hier testen.

Die Linse

Hinter der Pupille und der Iris liegt die Linse, die das einfallende Licht bündelt und so der Netzhaut hilft, scharf zu sehen. Die Linse wird über das Kammerwasser mit wichtigen Nährstoffen und Elektrolyten versorgt und durch den Ziliarkörper in Position gehalten. In der Jugend ist die leicht gekrümmte Linse noch sehr elastisch, doch im Laufe der Jahre dehnt sich der starre Kern immer weiter aus, so dass die Linse irgendwann nicht mehr elastisch genug ist um sich Veränderungen anzupassen. Dies betrifft meistens die Nahsicht, so dass viele ältere Leute zur Lesebrille greifen müssen.

Der Glaskörper

eyeball

Obwohl wir das Auge nur als scheinbare Fläche wahrnehmen, handelt es sich tatsächlich um eine Kugel, deren größter Teil nicht sichtbar ist. Dass diese Kugelform aufrecht erhalten bleibt, ist dem Glaskörper geschuldet, der mit Glas nichts zu tun hat. Er besteht zu rund 98% aus Wasser, sowie aus einem Netz von Kollagenfasern und etwas Hyalorunsäure. Der normalerweise durchsichtige Glaskörper kann sich eintrüben und so um Phänonen der „Mouches Volantes“, der „fliegenden Fliegen“ führen, bei denen der Betroffene winzige schwarze Punkte oder auch Fäden im Blickfeld wahrzunehmen glaubt.

Der Dioptrische Apparat

Als dioptrischer Apparat oder „brechende Medien“ wird der Teil des Auges bezeichnet, der für das tatsächliche Sehen zuständig ist. Dazu gehören die bereits beschriebenen Teile Hornhaut, Linse und Glaskörper, sowie das Kammerwasser, die klare Flüssigkeit, die in der vorderen und hinteren Augenkammer gebildet wird und die Linse mit Nährstoffen versorgt.

Das Zusammenspiel des dioptrischen Apparates und die Brechung des einfallenden Lichtes bestimmen die Sehschärfe des Auges. Die Brechkraft des Auges wird mit der Maßeinheit Dioptrie gemessen, die auf den französischen Arzt Ferdinand Monoyer zurückgeht. Ein gesundes normalsichtiges Auge hat eine Brechkraft von 59-60 Dioptrien, was einer Brennweite von 16,6 Millimetern entspricht. Muss sich das Auge an eine geringere Sehentfernung anpassen – zum Beispiel bei der Bildschirmarbeit oder beim Lesen – kann es die Brennweite entsprechend vergrößern. Allerdings lässt diese Fähigkeit mit zunehmendem Alter nach, so dass viele Menschen irgendwann eine Lesebrille benötigen. Der benötigte Ausgleich wird bei Brillen ebenfalls in Dioptrien angegeben. Eine Brillenstärke von 2 Dioptrien bedeutet beispielsweise, dass die normale Brechkraft des Auges um zwei vom Normal abweicht und entsprechend ergänzt werden muss.

Die Augenlider

Neben der schon erwähnten Bindehaut gehören auch die Augenlider zu den sogenannten Anhangsorganen des Auges. Das Augenlid ist eine mit Muskeln ausgestattete Falte, deren Hauptaufgabe es ist, das Auge vor schädlichen Fremdkörpern zu schützen. So schließen wir die Augen reflexartig bei grellem Licht, um das Auge vor der plötzlichen intensiven Lichteinstrahlung zu schützen. Außerdem fungiert das Augenlid als eine Art Scheibenwischer, der bei jedem Lidschlag Tränenflüssigkeit wie einen Film auf der Hornhaut verteilt. Wer das Blinzeln vergisst, sorgt so für trockene Augen.

Der Sehnerv

Zuletzt wollen wir noch den Sehnerv betrachten, der im Augapfel beginnt und durch die Papille das Auge verlässt. Kurz hinter dem Auge erreicht der Sehnerv die Sehnervenkreuzung „chiasma opticum“, an der sich die Sehnerven des rechten und linken Auge kreuzen. Ohne diese Kreuzung wäre ein räumliches Sehen mit zwei Augen nicht möglich. Der Mensch ist dabei allerdings nur schlecht bedient: Bei ihm kreuzen sich lediglich rund 50% der Sehnerven, während es bei Pferden rund 90% sind und bei Amphibien sogar 100%. Von der Sehnervenkreuzung verläuft die Sehbahn (Tractus opticus) nun zum Zwischenhirn und verteilt sich von dort auf verschiedene Gehirnbereiche.

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