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Augenzittern (Nystagmus)

Augenzittern

Als krankhaftes Augenzittern wird eine zumeist angeborene Störung bezeichnet, bei der das Auge ruhelos umher wandern um eine „Einstellung“ zu finden, in der sie wirklich scharf sehen – ohne dass dies gelingt. Gesunde Menschen erleben dieses Phänomen manchmal bei einer Autofahrt oder einer Zugreise, wenn das Auge von einem vorbeifliegenden Punkt zum anderen springt um diesen kurz scharf zu sehen.

Beim krankhaften Augenzittern, Nystagmus genannt, gibt es unterschiedliche Formen, die als Rucknystagmus und Pendelnystagmus bezeichnet werden. Beim Rucknystagmus springt das Auge ruckartig in eine Richtung und bewegt sich nur langsam zurück in die andere Richtung. Beim Pendelnystagmus bewegt sich eher gleichmäßig. Hier wird wiederum zwischen einer horizontalen Pendelbewegung und einer vertikalen Pendelbewegung unterschieden. In seltenen Fällen kommt es auch zu rotatorischen Formen, d.h. die Augen rollen ständig umher.

Wie entsteht ein Nystagmus?

Der Nystagmus tritt meist als angeborene Sehstörung auf, oft im Rahmen anderer Geburtsschäden. Allerdings kann er auch noch bei Erwachsenen in Folge von Hirnschäden (nach einem Unfall) und Hirnerkrankungen auftreten. Anders als beim angeborenen Nystagmus kann diese Form jedoch im Idealfall wieder geheilt werden.

Im Falle des peripheren Nystagmus ist eine Schädigung des Achten Hirnnervs (Nervus vestibulocochlearis) oder des Gleichgewichtsorgans ursächlich, die oft mit Schwindelgefühlen einhergeht. Der zentrale Nystagmus wird hingegen durch eine Schädigung direkt im Gehirn verursacht. Bei Kleinkindern wird Nystagmus oft als Teil eines kongenitalen Schielsyndroms diagnostiziert.

Wie wird der Nystagmus behandelt?

Leichte Formen des Nystagmus können meist unbehandelt bleiben. Dies gilt vor allem für den sogenannten Endstellungsnystagmus, bei dem das Augenzittern erst jenseits der 35° Blickwendung auftritt. Vielfach lernen Betroffene auch, die Einschränkungen in der Funktion der Augen auf andere Art zu kompensieren. So nehmen sie eine bestimmte Kopfhaltung ein, die ihnen den Blick in der Neutralzone ermöglicht, jenem Blickbereich in dem das Augenzittern am geringsten ist.

Eine Behandlungsform besteht daher auch darin, diese Neutralzone so zu verlagern, dass sie dem am häufigsten benutzten Blickfeld – dem Gebrauchsblickfeld – entspricht, so dass keine unnatürlichen Kopfhaltungen mehr eingenommen werden müssen. Dies geschieht meist in Form einer oder bei Bedarf mehrerer Augenmuskeloperationen. Weitere Behandlungsmöglichen sind die Gabe bestimmter Medikamente und der Einsatz von Prismengläsern. Dies sind spezielle Brillengläser, die die Blickrichtung umlenken.

Andere Formen des Augenzitterns

Neben dem Nystagmus können andere Formen des Augenzitterns auftreten, zum Beispiel die sogenannte Obliquus-superior Myokymie. Dabei löst ein geschädigter IV. Hirnnerv (der Nervus trochlearis) einseitige Mikrotremoren im oberen schrägen Augenmuskel (dem Musculus obliquus superior) aus. Anders als beim Nystagmus tritt das Augenzittern hier jedoch nur periodisch auf und wird dann von den Betroffenen als schmerzhaft und störend empfunden. So nehmen sie während des Augenzitterns doppelte Bilder oder Scheinbewegungen wahr.

Was diese Krankheit auslöst, ist nicht klar. Vermutet wird, dass die hintere Gehirnschlagader (Arteria cerebri posterior) Druck auf den Nervus trochlearis ausübt, der wiederum das Augenzittern auslösen. Zu den angebotenen Therapieformen gehören die Gabe von bestimmten Medikamenten, ein operativer Eingriff an der Sehne des Augenmuskels oder ein neurochirurgischer Eingriff am Nervus trochlearis.

Eine weitere Form des Augenzitterns sind die sogenannten Mikrosakkaden, die oft einfach als „nervöses Zucken“ bezeichnet werden. Damit werden die fast unmerklichen winzigen Sprünge des Auges bezeichnet, denn keinem Menschen gelingt es über längere Zeit ein und denselben Punkt starr zu fixieren.

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