Telefon: 0221 336666

So finden Sie uns: Zum Lageplan

Bonner Str. 16, 50677 Köln

Endokrine Orbitopathie

augen

Die sogenannte endokrine Orbitopathie tritt meist in Zusammenhang mit einer chronischen Schilddrüsenerkrankung wie dem Morbus Basedow auf, doch in seltenen Fällen kann sie auch als unabhängige Krankheit in Erscheinung treten. Es handelt sich dabei um eine Entzündung im Bereich der Orbita, d.h. den Augenhöhlen mitsamt der umliegenden Gefäße, Nerven und Muskeln. Zur Orbita zählen weiterhin die sie umgebenden Knochen wie das Stirnbein, das Jochbein und der Oberkiefer.

Die endokrine Orbitopathie und der Morbus Basedow

Bei der Basedowschen Krankheit handelt es sich um eine Autoimmunkrankheit der Schilddrüse, die in der Fachsprache auch als „Autoimmunthyreopathie Typ 3“ bezeichnet wird und im englischen Sprachraum nach ihrem Entdecker Graves‘ Disease genannt wird. Robert James Graves beschrieb sie 1835 als erster – erst fünf Jahre später beschrieb sie Carl Adolph von Basedow in Deutschland und bezeichnete sie als „Merseburger Trias“ mit den Symptomen Herzrasen, Kropfbildung (durch eine vergrößerte Schilddrüse) und hervortretenden Glubschaugen. Erst 1886 wurde jedoch ein Zusammenhang mit der Schilddrüse von Paul Julius Möbius nachgewiesen, später erfolgte die Erkenntnis, dass es sich beim Morbus Basedow um eine genetisch bedingte Autoimmunerkrankung handelte, die durch äußere Einflüsse noch verstärkt werden kann.

Die Krankheit verursacht eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) und eine Vergrößerung der Schilddrüse (Struma), die zu vielfältigen Symptomen wie Schlaflosigkeit, Zittern, Schweißausbrüche, Herzflattern und Nervosität führt. Ein weiteres Symptom ist die endokrine Orbitopathie, die in schweren Fällen mit den von Basedow beschriebenen Glubschaugen (Exophtalmus) einhergeht. Die konkreten Gründe sind bislang nicht bekannt, doch Wissenschaftler vermuten einen Zusammenhang zwischen den Antigenen der Schilddrüse und denen des Orbitagewebes, das somit in Mitleidenschaft gezogen wird.

Die Behandlung der Endokrinen Orbitopathie

Die Endokrine Orbitopathie äußert sich durch schmerzhafte Entzündungen im Orbitabereich, sowie durch eine Zunahme des Fett-, Muskel- und Bindegewebes hinter dem Auge. Dies führt schließlich dazu, dass die Augen hervorstehen und die Augenlider manchmal nicht mehr vollständig geschlossen werden können. Sind die Augenmuskeln beeinträchtigt, kommt es außerdem zu einer Einschränkung der Sehfähigkeit, da die Augen nicht mehr richtig bewegt werden können. Oft treten auch Symptome wie Schielen oder das Sehen von Doppelbildern auf. Neben den körperlichen Schmerzen führt die Erkrankung häufig auch zu seelischen Problemen durch die als hässlich empfundenen Glubschaugen.

Der Augenarzt wird zunächst mit Hilfe des Exophtalmometers die Orbita untersuchen oder einen MRT- oder CT-Scan des Kopfes anfertigen um den Fortschritt der Krankheit zu beurteilen. Eine echte Behandlung der Endokrinen Orbitopathie ist nicht möglich, da dazu die zugrundeliegende Basedowsche Krankheit behandelt werden muss. Meist wird mit Hilfe von Medikamenten versucht, die Überfunktion der Schilddrüse zu regulieren und wenn dies nicht hilft, eine Operation durchgeführt. Eine andere Behandlungsmethode ist die sogenannte Radiojodtherapie, bei der die Patienten mit radioaktivem Jod behandelt werden.

Für die gezielte Behandlung der Endokrinen Orbitotherapie werden meist Steroide wie Cortison verschrieben oder eine Radiotherapie eingesetzt. In schweren Fällen werden auch Operationen durchgeführt.

Heilungschancen bei Endokriner Orbitopathie

Wurde die zugrunde liegende Schilddrüsenüberfunktion erfolgreich behandelt, kann auch die Endokrine Orbitotherapie meist erfolgreich therapiert werden. Neben der Gabe von Medikamenten und der Bestrahlung können beispielsweise mit Hilfe einer Operation die Augenmuskeln repariert werden. Auch die Operation der Augenlider ist sinnvoll, wenn das Lid nicht mehr vollständig geschlossen werden kann und somit Entzündungen durch die Austrocknung der Hornhaut drohen.

Problematisch ist der längere Einsatz von Cortison zur Behandlung der Symptome, da der Wirkstoff häufiger zu Stoffwechselstörungen, Bluthochdruck und Gewichtszunahme führt. Auch können höhere Dosen zu Magenproblemen führen.

Die medizinische Forschung arbeitet an verschiedenen Therapiemöglichkeiten, die in Zukunft zum Einsatz kommen könnten. Dazu zählen Wirkstoffe wie Methotrexat, das bereits für die Behandlung anderer Autoimmunkrankheiten eingesetzt wird, und Octreotid, das jedoch sehr teuer ist.

Mediziner weisen außerdem darauf hin, dass Rauchen das denkbar schlechteste ist, was Betroffene tun können: Zigaretten können bei Patienten mit Morbus Basedow den Ausbruch der Endokrinen Orbitopathie erst auslösen und später die Symptome verstärken.

Translate »