Telefon: 0221 336666

So finden Sie uns: Zum Lageplan

Bonner Str. 16, 50677 Köln

Tränensäcke und der Tränensack: Ein feiner Unterschied

Tränensäcke / Tränensack

Bei Tränensäcken handelt es sich entweder um eine Form des Lymphödems oder eine andere Bindegewebserkrankung, die zwar nicht wirklich gefährlich oder schmerzhaft ist, aber von vielen Betroffenen als kosmetisch störend wahrgenommen wird. Tränensäcke unter den Augen verleihen dem Gesicht ein müdes veraltetes Aussehen und lässt besonders jüngere Menschen älter wirken als sie sind. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um das „Tränenreservoir“, in dem menschliche Tränen gespeichert werden, ehe sie nach außen und über die Augen fließen. Dieser echte Tränensack wird Saccus Lacrimalis genannt und kann sich ebenfalls entzünden. Dann spricht die Medizin von einer Dakryozystitis, einer Tränensackentzündung.

Die Dakryozystitis erkennen und behandeln

Wenn der Abfluss der Tränen aus dem Saccus Lacrimalis zum Augapfel gestört ist, können sich hier leicht Bakterien wie Staphylococcus aureus ansiedeln und eine Entzündung verursachen. Der Betroffene merkt dies meist daran, dass der entsprechende Bereich am Auge gerötet und geschwollen ist. Manchmal kommt es auch zu einer eitrigen Entleerung oder zu komplett geröteten Augen, sowie zu Abzessen im umliegenden Gewebe.

Eine Dakryozystitis ist daher unbedingt ernst zu nehmen und muss schnellstmöglich behandelt werden um ein potenzielles Übergreifen der Bakterien auf das Gehirn zu verhindern. Dabei wird zunächst die Entzündung selbst mit Antibiotika und feuchten Umschlägen behandelt. Anschließend muss das ursprüngliche Problem, der gestörte Abfluss der Tränen, behoben werden. Dazu ist leider eine Operation notwendig, die in der Medzin Dakryozystorhinostomie genannt wird: Dabei wird quasi ein neuer Abfluss angelegt, über den die Tränenflüssigkeit aus dem Tränensack abfließen kann.

Kosmetische Tränensäcke behandeln

Bei den „Tränensäcken“ unter den Augen handelt es sich dagegen um ein völlig anderes Problem, das von der mit zunehmendem Alter erschlaffenden Bindehaut oder von Lymphödemen ausgelöst wird. Treten die Tränensäcke nur ab und zu nach einer durchgefeierten Nacht auf, bilden sie sich von selbst wieder zurück. Auch Dehydrierung kann zu Tränensäcken führen, so dass auf ausreichende Flüssigkeit (zwei Liter Wasser pro Tag) geachtet werden sollte.

Hat sich in den Tränensäcken Wasser angestaut, kann eine sanfte Lymphdrainage helfen, bei der die Flüssigkeit aus den Tränensäcken wegmassiert wird. Dies sollte jedoch einer erfahrenen Therapeutin überlassen werden, da eine nett gemeinte Gesichtsmassage des Partners das Problem vermutlich eher noch verschlimmert.

Letztendlich handelt es sich jedoch bei Tränensäcken fast immer um ein Bindegewebsproblem, das sich nicht rückgängig machen lässt, denn hier handelt es sich nicht um angesammeltes Wasser sondern um Fett. Werden die Tränensäcke als kosmetisch extrem störend empfunden, bleibt eine Operation als Ausweg: Dabei wird das überschüssige Fett entfernt und die Haut am Unterlid wieder gestrafft. Viele plastische Chirurgen verwenden das gewonnen Fett dann gerne um damit Falten im Gesicht aufzupolstern.

Lassen sich Tränensäcke verhindern?

Komplett verhindern lassen sich die unangenehmen Erscheinungen unter dem Auge nicht, da sie zumeist genetisch bedingt sind: Wenn der Vater im Alter dicke Tränensäcke entwickelt hat, wird sich der Sohn auch darauf einstellen müssen. Allerdings gibt es Möglichkeiten, das Auftreten hinaus zu zögern und möglicherweise auch abzuschwächen. Dazu gehört ein gesunder Lebenswandel mit ausreichendem Schlaf, vitaminreicher Ernährung und viel (zuckerfreier) Flüssigkeit wie Wasser und Tee. Wurde es doch einmal zu spät, können kalte Gurkenscheiben oder Teebeutel auf die müden Augen gelegt werden um ihnen Feuchtigkeit zu spenden.

Um eine Dakryozystitis im echten Tränensack zu verhindern, ist vor allem Hygiene angesagt, so dass keine Bakterien in den Tränengang kommen. So sollten die Hände regelmäßig sorgfältig gewaschen und das Reiben der Augen möglichst vermieden werden. Kleine Kinder erkranken beispielsweise überdurchschnittlich häufig an einer Dakryozystitis weil sie mit schmutzigen Händen in den Augen reiben. Unter den Erwachsenen sind vor allem Kontaktlinsenträger gefährdet und Menschen, die bereits unter trockenen Augen (z.B. durch die Bildschirmarbeit) leiden. Eine frühe Behandlung von trockenen Augen kann dazu beitragen, dass sich erst gar keine Infektionen im Augenbereich entwickeln können.

Translate »