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Augeninnendruckmessung

Augeninnendruckmessung

Die Tonometrie – besser bekannt als Augeninnendruckmessung – ist eine wichtige Untersuchung zur Früherkennung eines Glaukoms und sollte ab dem 50. Lebensjahr regelmäßig durchgeführt werden. Bei Menschen mit Verdacht auf diese Erkrankung, die im Volksmund besser als Grüner Star bekannt ist, erstatten die Krankenkassen diese Frühuntersuchung manchmal. Bei gesunden Menschen müssen die Kosten als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) selbst getragen werden.

Der Augeninnendruck und das Glaukom

Zwischen der Hornhaut und der Augenlinse befindet sich die mit Flüssigkeit gefüllte vordere Augenkammer. Normalerweise erzeugt ein Gleichgewicht aus neu produzierter Flüssigkeit und Abfluss der alten Flüssigkeit einen Druck von bestimmter Stärke, der den Widerstand des Auges aufrechthält. Es kann jedoch zu Schwankungen kommen, wodurch ein zu starker Druck auf den Augapfel und den Glaskörper ausgeübt wird. Ursächlich für diesen erhöhten Druck ist eine Störung im sogenannten Trabekelwerk, ein siebartiges Geflecht, durch das normalerweise das Wasser der Augenkammer in den Schlemm-Kanal abfließt.

Beim gesunden Menschen liegt der Augeninnendruck normalerweise zwischen 10 und 21 mmHg. Ist der Druck stärker, kann dies auf Dauer zu einer Schädigung des Sehnervs führen und zum Glaukom. Anders als der weit verbreitete Graue Star (eine Eintrübung der Lise) ist der Grüne Star eine schwere Erkrankung, die in schweren Fällen zur Erblindung führen kann. Je früher ein erhöhter Augeninnendruck erkannt wird, umso eher kann das der Grüne Star jedoch behandelt und somit ein Langzeitschaden verhindert werden. Schätzungen zufolge leiden in Deutschland rund 500.000 Menschen an einem erhöhten Augeninnendruck, wobei die Dunkelziffer noch weit darüber liegen könnte. Dank der verstärkten Früherkennung konnte das Risiko, durch den Grünen Star zu erblinden, immerhin schon um die Hälfte gesenkt werden.

Ab wann ist hoher Augeninnendruck schädlich?

Eine pauschale Aussage lässt sich nicht fällen, da der Augeninnendruck bei jedem Menschen unterschiedlich ist und auch im Laufe des Tages schwankt. Der Augeninnendruck kann somit erst als „zu hoch“ gewertet werden, wenn er zu Schäden am Sehnerv führt.

Bei der Augeninnendruckmessung muss also auch beachtet werden, dass der Druck zumeist in den frühen Morgenstunden am höchsten ist und anschließend über den Tag verteilt schwankt, ehe er zum Abend hin abfällt. Auch Medikamente, Augenerkrankungen, Drogen und Alkohol können den Augeninnendruck beeinflussen und müssen daher bei der Messung beachtet werden.

Wie funktioniert die Augeninnendruckmessung?

Zumeist setzt der Augenarzt heute den sogenannten Tonometer für die Applanationstonometrie ein. Bei diesem Gerät wird ein kleiner Zylinder sanft auf das weit geöffnete Auge des Patienten gesetzt um eine Fläche von 3mm auf dem Auge leicht einzudrücken. So kann der Druck in diesem Auge auf einer Skala abgelesen werden. Als Maßeinheit wird das Torr benutzt, das besser unter der Abkürzung mmHg bekannt ist. Dies steht wiederum für Millimeter Quecksilbersäule: Ein Torr ist dabei der Druck, der von einer Quecksilbersäule von 1 mm Höhe erzeugt wird. Am bekanntesten ist das Torr als Maßeinheit für den Blutdruck und den Blutzuckerspiegel.

Da der Druck auch von der Dicke der Hornhaut abhängt, wird bei hohen Druckwerten auch die Hornhautdicke bestimmt.

Modernste Verfahren per Laser machen es heute immer häufiger möglich, die Augeninnendruckmessung ohne direkten Kontakt mit dem Auge durchzuführen. Die früher häufiger genutzte Messung mit einem Luftstoß (Non-Contact Tonometer) wird dagegen heute immer seltener angewendet, da ihre Ergebnisse zu ungenau sind.

Nebenwirkungen der Augeninnendruckmessung

In der Regel verläuft eine Augeninnendruckmessung ohne Komplikationen. In seltenen Fällen kann es zu einer Schädigung der Hornhaut kommen oder zu einer Bindehautentzündung. Daher ist es wichtig, diese Untersuchung nur bei zuverlässigen geprüften Augenärzten durchführen zu lassen, die auf eine hygienische keimfreie Umgebung achten und über große Erfahrung im Umgang mit dem Tonometer verfügen. In sehr seltenen Fällen kann es auch zu einer allergischen Reaktion auf die Tropfen kommen, die vor der Messung in die Augen geträufelt werden und eine leicht anästhesierende Wirkung haben.

Behandlungen in Folge der Augeninnendruckmessung

Ein erhöhter Augeninnendruck bedeutet nicht unbedingt, dass bereits ein Glaukom vorliegt. Wird ein erhöhter Druck festgestellt, folgen zumeist weitere Untersuchungen um eine mögliche Krankheit zu identifizieren. Nur in sehr fortgeschrittenen schweren Fällen wird der Augenarzt zu einer operativen Behandlung (mit Laser) raten. Liegt der Augeninnendruck über 21 mmHg, werden zumeist drucksenkende Medikamente verschrieben. Dadurch kann der Druck gesenkt und eine Schädigung des Sehnervs verhindert werden. Als Ziel für einen gesunden Augeninnendruck wird meist ein Wert von etwa 12-15 mmHg angegeben.

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